Franz Josef Hugo ist seit 1993 als Künstler in Berlin tätig. Bekannt wurde er u.a. durch die Gründung der Gruppe „10.000“, der gleichnamigen Galerie und des Projektraums „Ventilator 24“. Weithin Beachtung fanden seine Beiträge zu der Biennale London sowie den Ausstellungen M.A.I.S in Köln und Berlin, die von Torsten und Nina Römer initiiert wurden.
Während die Installationen und Performances von Franz Josef Hugo dem Verhältnis von Körperlichkeit, Gesellschaft und elementarer Natur nachgehen, verschreibt sich sein zeichnerisches und plastisches Werk den magischen Aspekten des menschlichen Antlitzes. Die Werke drängen unter die Oberfläche, suchen einen Weg nach innen, der sich von der Momentfixierung des Portraits löst und als Pfad durch die Zeiten führt. Im Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart entfalten die physiognomischen Studien einen rituellen Horizont, der das Individuelle der Gesichter überwölbt und verbindet. Das ebenso in den Zeichnungen wie in den Gemälden und Plastiken zu findende rituelle Moment der Kunst Franz Josef Hugos inszeniert Begegnungen mit manchem, was aus der Welt gefallen schien, und deutet darin über diese Welt hinaus.
Franz Josef Hugo versteht seine Arbeiten nicht als christliche Kunst im klassischen Sinne, sondern als Ausdruck einer persönlichen, spirituellen Auseinandersetzung. Der Prozess des Malens und Zeichnens spielt dabei eine zentrale Rolle. Das künstlerische Arbeiten wird zu einer meditativen Praxis, die an Formen der Meditation erinnert, wie wir sie beispielsweise aus dem Buddhismus kennen. Durch die Konzentration auf den schöpferischen Prozess entsteht ein Raum der Ruhe und inneren Wahrnehmung. Hugo verbindet in seinen Werken die Figur Jesu mit einer universellen, religionsübergreifenden Idee von Spiritualität.
(1. und 2. Absatz nach Michael Luhnen)
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